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SINDELFINGEN/BÖBLINGEN

Regionalgruppe
Sindelfingen/Böblingen

Handeln aus Liebe zum Leben

Wer wir sind

Ich bin Ute und hatte schon vor geraumer Zeit die Idee, eine Regionalgruppe Sindelfingen zu gründen, aufgegriffen. Bald schon kam meine Freundin Eva hinzu – sie war begeistert von Omas for Future. Um 100 % sind wir nun gewachsen, als Jutta und Karl-Heinz aus Böblingen im April 2021 zu uns gestoßen sind. Kurzerhand haben wir uns auch gleich umbenannt in Regionalgruppe Sindelfingen/Böblingen. Während die beiden Städte schon mehrfach einen Zusammenschluss erfolglos versuchten, hat das bei uns ganz schnell geklappt. Der Grund ist ganz einfach, uns eint der Leitgedanke von Omas for Future „Aus Liebe zum Leben“. Mit drei Omas und einem Opa sind wir noch eine überschaubare Gruppe und freuen uns auf weitere MitstreiterInnen aus der Generation 50+.

Das Problem des Klimawandels und die Nachhaltigkeit sind nicht neu

Angesichts einer drohenden Rohstoffkrise formulierte Carl von Carlowitz bereits 1713 „dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung, durch Säen und Pflanzen nachwachsen konnte“ und begründete damit den Begriff Nachhaltigkeit.

1972 publizierte der Club of Rome seinen Bericht ‚Grenzen des Wachstums‘ mit der Schlussfolgerung „Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“

2015 unterzeichnen fast alle Staaten der Welt Klimaschutzabkommen der UN in Paris. Wesentlicher Inhalt ist die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter 2°C gegenüber vorindustriellen Werten.

Als Laien erscheinen uns die 2°C vielleicht unwesentlich, denn wenn es draußen 17° C statt 15° C warm ist, merken wir ja kaum einen Unterschied. Aber da spielt wohl der Unterschied zwischen Wetter und Klima eine Rolle. Ein Vergleich, den der bekannte Meteorologe Sven Plöger schon mehrfach äußerte, macht die Bedeutung der Temperaturunterschiede deutlich. Zum Ende der letzten Eiszeit vor ca. 11.000 Jahren, als Berlin ca. 500 m unter Eis lag, war die Temperatur nur 4° kälter als heute. Aufgrund des menschengemachten Klimawandels ist die globale Durchschnittstemperatur seit der vorindustriellen Zeit vor ca. 100 Jahren bereits um ca. 1° gestiegen.  

Dass der Club of Rome nicht ganz Unrecht hatte, zeigt die Erkenntnis des WWF (World Wide Fund For Nature) 2019 in seinem Bericht ‚Living Beyond Nature’s Limits‘, dass 2,8 Planeten notwendig wären, wenn alle Menschen auf der Welt so konsumieren würden, wie ein Durchschnittsbürger der EU. Dabei ist notwendig zu erwähnen, dass die Auswirkungen des Konsumverhaltens in den entwickelten Ländern vor allem Negativwirkungen in anderen Regionen der Erde haben (z.B. Dürren, Ernteausfälle, Trinkwasserknappheit in der Sahelzone). Dabei ist Afrika der am stärksten betroffene Kontinent. Der ‚WWF Living Planet Report 2020‘ stellt fest: „In den letzten 50 Jahren hat sich die Erde durch Welthandel, Konsum, Bevölkerungswachstum und Urbanisierung massiv verändert. Das alles hat negative Folgen für die Natur, die Artenvielfalt und die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme der Erde“. Wissenschaftliche Prognosen fordern eine Umkehrung des Negativtrends, denn Biodiversität ist die Basis für die Lebensmittelproduktion und damit für unsere Existenz. Diese Umkehr erfordert ein integriertes Aktionsprogramm mit besserem Naturschutz, nachhaltiger Landnutzung und nachhaltigem Konsum.

Somit ist klar, unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten ist kein verantwortungsvolles Verhalten. Das Wachstum muss überdacht werden. Es müssen wirksame Anreize gesetzt werden, damit das wächst, was für die Gesellschaft dauerhaft nützlich ist, und damit das unterbleibt, was ihr jetzt schon oder absehbar schadet (S. Bergius, Journalistin).

Ob wir beispielsweise im Bereich der Mode jedem Trend hinterherlaufen müssen, lässt sich hinterfragen. Sind wir uns wirklich bewusst, welch riesiger Rohstoffverbrauch, Energie- und Wasserverschwendung damit verbunden sind? Vielleicht ist weniger manchmal mehr? Langlebige Produkte kann man auch mit wenig Geld reparieren. Solche Gedanken und Überzeugungen eines anderen Wachstums finden sich erfreulicherweise bei einigen Unternehmen (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2019 von Vaude, Tettnang).

So muss die Wirtschaft umdenken, aber ein großer Teil der Verantwortung liegt bei uns Bürgern und Konsumenten und da setzt Omas for Future an. Durch unser Wirken wollen wir zum Nachdenken anregen.

Unsere Aktivitäten

Corona gibt uns für unsere Aktivitäten nicht die Freiheit, die wir uns wünschen. Aber wir versuchen es positiv zu sehen. „Covid-19 lehrt uns, dass wir uns biologisch gleichen. Daher sind unsere Schicksale miteinander verflochten. Man schützt andere indem man sich selbst schützt. Gleiches gilt für Klima und Nachhaltigkeit (Mathis Wackernagel, Entwickler des Konzepts ‚Ökologischer Fußabdruck‘).“ Dies gilt sicherlich für die ganze Welt, die können wir nicht ändern, doch wenn wir nicht im Kleinen anfangen, ändert sich wahrscheinlich nichts. Hier unterscheiden sich die Omas for Future von der Jugendbewegung Fridays for Future. Die Fridays for Future setzen oben bei den politischen EntscheidungsträgerInnen mit ihrer Kritik und ihrem Wachrütteln an, während die Omas im Alltag jedes Einzelnen ansetzen. Die Zielsetzungen sind jedoch absolut gleich. Dahinter stehen wir, die z.T. auch schon bei Fridays for Future Demos dabei waren.

Wir, als die neu gegründete Regionalgruppe Sindelfingen/Böblingen, hatten ursprünglich den Plan, dass wir uns anlässlich des Tags der Erde am 22. April 2021 mit 12 Postern in der Parkanlage Aibachgrund in Darmsheim mit einem Klima-Quiz dem lokalen Publikum präsentieren. Das hat erstmal wegen Corona nicht geklappt, jedoch hat die lokale Presse das Thema aufgegriffen.

KREISZEITUNG Böblinger Bote 22.04.2021, S. 15

Aktiv haben wir uns auch bei der Crowdfunding Initiative für die bundesweite Klimabänder-Aktion beteiligt und wir freuen uns, dass O4F den zweiten Platz bei dem Wettbewerb der Hertie-Stiftung erreicht haben.

KREISZEITUNG Böblinger Bote 15.05.2021, S. 18

Nachdem sich die Corona-Situation ein wenig entspannte, präsentierten wir unseren Umwelt-Quiz-Parcours vom 27.05. bis 03.06.2021 wie geplant im Aibachgrund. Beim Start durften wir den Leiter der Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltige Mobilität der Stadt Sindelfingen, Christian Ferreira, begrüßen.

Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung, 29.05.2021, S. 10

Am letzten Tag stattete Marc Biadacz, MdB unseres Wahlkreises, und der Ortsvorsteher vom Teilort Darmsheim, Martin Lambert, uns einen Besuch ab. Marc Biadacz sagte u.a. „Ich finde es wichtig und richtig, dass auch bei uns im Landkreis Böblingen eine Initiative von ‚Omas for Future‘ ins Leben gerufen wurde. Das ist ein nachhaltiges Beispiel für bürgerliches Engagement. Das Verbinden von Ökologie, Ökonomie und der sozialen Frage ist unsere gemeinsame Herausforderung…“.

Sindelfinger Zeitung / Böblinger Zeitung, 04.06.2021, S. 10

Auch Herr Lambert hat seine Wertschätzung für unsere Aktion ausgedrückt: „Das Engagement der ‚Omas for Future‘ ist ein Baustein im weltweiten Engagement für Klimaschutz mit Sicherheit aber nicht der unwichtigste!".

Besonders gefreut haben uns auch die Rückmeldungen von BesucherInnen, z.B. „Kompliment! Die 12 Quiz-Stationen im Aibachgrund, Darmsheim, sind sehr aufschlussreich und super gut gemacht! Die Auswahl der Themen fand ich sehr inspirierend und regen zur Diskussion an. Meine Enkel zeigten großes Interesse am Quiz selber und an den Erläuterungen auf der Rückseite. Außer den Enkeln konnte ich noch meine Freundinnen durch den Aibachgrund führen. Auch sie waren sehr angetan von Ihrer Arbeit. Es könnte sein, dass sich die eine oder andere bei Ihnen sogar meldet.“ Dem möchten wir unseren Appell hinzufügen, dass neue MitstreiterInnen und IdeengeberInnen (Omas, Opas und…) herzlich willkommen sind (E-Mail: sindelfingen@omasforfuture.de). 

Wir haben unser Umweltquiz auch gleich genutzt, um Klimabänder zu sammeln. Einige Bänder hängen nun schon mal im Park.

Foto Lück

Unsere Erfolge

Wirklich viel können wir noch nicht vorweisen. Aber ein erster und für uns großer Erfolg ist, dass wir uns als Gruppe mit gleichgerichteten Ansichten gefunden haben. Ein weiterer Erfolg für jeden von uns ist, dass wir uns schon seit geraumer Zeit bewusstgeworden sind, wie der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen gefährdet. Und dass gerade unsere Generation seit Jahrzehnten dazu beiträgt, dass das so ist. Deshalb sind es auch wir, die etwas dagegen tun können - jeder Einzelne, jeden Tag. Kleine Veränderungen müssen nicht Verzicht bedeuten, sondern können Freude machen und viel bewirken. Dabei stellen wir uns auch die Frage, warum wir nicht schon früher diese Einsicht hatten, wenn, wie einleitend dargestellt, schon seit langem bekannt ist, dass wir durch unser Verhalten Einfluss auf den menschengemachten Klimawandel haben. Eine Erklärung hierzu ist vielleicht, dass in der Nachkriegszeit viele Neuheiten attraktiv waren und Umweltwirkungen nicht im Mittelpunkt standen. Wenn wir aber wissen, dass die letzten 20 wärmsten Sommer in den letzten 22 Jahren waren, dann wird auch uns das Klimaproblem deutlich vor Augen geführt. Diese Einsichten zählen wir auch zu unseren Erfolgen.

Daher sind wir davon überzeugt, dass heute Zeit zum Handeln ist. Wir, und vielleicht auch du, wollen im Rahmen von Omas for Future dazu beitragen die Klimawende von unten mitzugestalten – damit auch unsere Enkel einen lebenswerten Planeten genießen, bebauen und bewahren können.

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